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Muslime zu Dialogbeauftragten ausgebildet

Zum zweiten Mal nach 2010 besuchten rund 50 junge Musliminnen und Muslime aus ganz Nordbayern vor kurzem Gast die Offene Kirche St. Klara in Nürnberg.

Sie nahmen Teil an einer Ausbildung zu ehrenamtlichen muslimischen Dialogbeauftragten, die von DITIB Deutschland, der größten muslimischen Organisation, organisiert wird.
Ziel ist es, pro Moschee-Gemeinde mehrere Ansprechpartner für den Dialog zu gewinnen. Dieses Projekt wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie vom Europäischen Integrationsfonds gefördert und vom DITIB-Landesverband Bayern organisiert.

An mehreren Wochenenden erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kenntnisse und Informationen über andere Religionen und Kirchen. Inhalt in St. Klara war „Der katholische Glaube und die Strukturen in der katholischen Kirche“.
Die rund 50 Musliminnen und Muslime unter Begleitung des Vorsitzenden von DITIB Bayern, Mustafa Yaman sowie DITIB-Landesgeschäftsführer Erhan çinar, hörten sich zunächst einen Vortrag von Pastoralreferent Jürgen Kaufmann, Diözesanbeauftragter für den Interreligiösen Dialog, an, ehe sie sich der Diskussion stellten und schließlich von ihm die Klara-Kirche erklären ließen.

Neu war diesmal, dass sie im Rahmen einer Prüfung, die einen Monat später stattfand, ihre Kenntnisse wiedergeben mussten. Im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg erhielten sie dann Anfang Juli ihre offiziellen Zertifikate.

02. August 2011





Internet-Anlaufstelle für Fragen zu "Christentum und Islam"

Fragen zum Islam sowie Fragen aus muslimischer Sicht zum Christentum beantwortet der renommierte Islamexperte und Jesuitenpater Christian W. Troll auf einer eigens dafür eingerichteten Website.

Unter www.antwortenanmuslime.com können Interessierte Themen unterschiedlicher Art einbringen, die mit dem Islam zusammenhängen. Schwerpunkt der Seite ist das Buch von Christian Troll, "Muslime fragen, Christen antworten", das auf dieser Website zu lesen ist. Eine E-Mail-Adresse steht ebenfalls zur Verfügung, durch die Pater Troll bei Fragen direkt erreichbar ist.

Der Jesuit arbeitete lange Jahre bei CIBEDO, der Christlich-islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz in Frankfurt und ist als Islamfachmann weltweit gefragt.

12. September 2011



Charta des Zusammenlebens - Arbeitskreis Muslime-Nichtmuslime in Nürnberg erwägt gemeinsames Seelsorgeprojekt

Eine Charta des Zusammenlebens erarbeitete der Arbeitskreis Muslime-Nichtmuslime in Nürnberg.

Vertreter von Kirchen, Moscheegemeinden und Stadt erarbeiteten über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg ein gemeinsames Dokument zu den Bereichen "Bildung", "Recht und Religion" und "Soziales und Seelsorge". Die Charta soll ein Leitfaden zur Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen des Alltags sein und zu deren Lösung beitragen. Schirmherr ist der Nürnberger Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein.

In mehreren christlichen Gemeinden sowie Moscheegemeinden wurde die Charta in der Zwischenzeit diskutiert. Nun geht es darum, einzelne Punkte aus der Charta herauszugreifen und praktisch umzusetzen. Konkret geplant ist ein Modellversuch für Muslimische Seelsorge an Krankenhäusern in Nürnberg. Hierzu gibt es in anderen Städten wie zum Beispiel Wiesbaden bereits Vorbild-Modelle.
Ein Initiator dieses Wiesbadener Modells (MUSE - Muslimische Seelsorge in Wiesbaden) stellte sich den Fragen der Arbeitskreis-Mitglieder und gab Anregungen und Hilfestellungen für die Weiterarbeit an diesem Projekt.

08. September 2011

 


 

Gebete für den Frieden: Vertreter aller Glaubensrichtungen erinnerten an den 11. September 2011


Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 kamen in der Nürnberger DiTiB-Moschee alle in Nürnberg vertretenen Religionsgemeinschaften zu einer Gebetsstunde für den Frieden zusammen.

Das Motto lautete: "Terrorismus hat keine Religion!"

Neben den muslimischen Gastgebern und Christen waren Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde, der orthodoxen Kirche, des Sufismus, der hinduistischen Glaubensgemeinschaft, der Bahá’í und des Buddhismus gekommen.
Vertreter verschiedener Religionen trafen sich in der Nürnberger DITIB-Moschee zu einer Gebetsstunde aus Anlass des Jahrestages zum 11. September 2001
Vertreter verschiedener Religionen trafen sich in der Nürnberger DITIB-Moschee zu einer Gebetsstunde aus Anlass des Jahrestages zum 11. September 2001


„Terrorismus und Religion sind unvereinbar, auch wenn Terrorismus vermeintlich religiös daherkommt“, betonte der emeritierte Religionspädagoge Johannes Lähnemann, der Organisator der Gebetsstunde. Man wolle ein Zeichen setzen gegen Fanatismus, Hass und Gewalt und für die Achtung vor dem Leben, für Frieden und Gerechtigkeit. In ihren Gebetstexten, Liedern, Manifesten und Selbstverpflichtungen machten die einzelnen Vertreter der anwesenden Religionsgemeinschaften vor allem eines deutlich: Dass alle Menschen, egal welchem Glauben sie angehören, herausgefordert sind, sich gemeinsam den Verantwortlichen für ehemalige und zukünftige Terrorakte entgegenzustellen. Friede könne nur so gewahrt werden.

Christine Herrmann-Wielsch, Nürnberger Vertreterin im Vorstand der weltweiten Initiative von „Religions for Peace“ (Religionen für den Frieden), betonte, es sei ein wichtiges Zeichen, sich in der Stadt der Menschenrechte gemeinsam gegen Vorurteile und für Verständnis und Gerechtigkeit auszusprechen. Dabei gehe es nicht um die Vermischung der verschiedenen Traditionen zu einer Einheitsreligion, stellte sie klar, sondern darum, sich gegenseitig wahrzunehmen, die Unterschiede zu achten und sich wechselseitig zu bereichern.

Dies war das Stichwort für die nachfolgenden zwölf Beiträge der verschiedenen Glaubensvertreter. Stets ging es um Akzeptanz und gegenseitige Toleranz sowie um das Vertrauen zu und in Gott. Und zwar egal, ob es sich um das muslimische Abschlussgebethandelte, vorgetragen vom Imam der Moschee, Ersam Özten, um Texte und Musik aus der Sufi-Tradition, interpretiert von Scheich Süleyman Joanta, oder ein Gebet aus der jüdischen Tradition, das German Danalliev aus der Israelischen Kultusgemeinde verlas.

Zum Abschluss erinnerte Günther Beckstein an seinen Besuch der Moschee vor exakt zehn Jahren. Direkt nach den Anschlägen in den USA hatte er — damals in seiner Funktion als Innenminister — gemeinsam mit Edmund Stoiber, dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten (CSU), an einer Gedenkfeier für die Opfer des Terroranschlags teilgenommen. Man dürfe eines nicht vergessen, mahnte Beckstein: „Nicht der Islam, sondern einige Verrückte waren es, die damals den muslimischen Glauben als Vehikel benutzt haben, um weltweit Terror zu verbreiten.“ Besucher und Christ Wolfgang Weber zeigte sich nach der Veranstaltung begeistert: „Das hat mal wieder gezeigt, dass es für alle eigentlich nur einen Gott gibt, auch wenn die Gebrauchskostüme und Gefühlslagen der hier versammelten Traditionen deutlich variieren.“

 

Dialogbeauftragte in den einzelnen Regionen der Diözese


Für die einzelnen Regionen und Dekanate der Erzdiözese sollen in den nächsten Monaten jeweils Dialogbeauftragte bestimmt werden. Das ist zumindest das Ziel des Referats für den interreligiösen Dialog im Erzbistum Bamberg. In bisher immerhin fünf Regionen bzw. Dekanaten konnten bereits entsprechende Personen gefunden werden, die diese Aufgabe übernehmen. Ziel soll sein, über die gegenseitige Vernetzung untereinander und mit dem Dialogreferat schnellere und bessere Informationen zu erhalten. Gleichzeitig sollen die Dialogbeauftragten erste Ansprechpartner für interreligiöse Fragen vor Ort sein, auch von Seiten nicht-christlicher Gemeinschaften. Dadurch sollen unter anderem die jeweiligen Dekane in diesen Punkten entlastet werden.

13. September 2011


GottesGarten der Religionen zur Landesgartenschau 2012 in Bamberg


Auf dem Hauptgelände der Landesgartenschau Bamberg, die vom 26. April bis 7. Oktober 2012 stattfindet, entsteht ein „GottesGarten der Religionen“.

Dieser Ausstellungsbeitrag ist ein gemeinsames Projekt des Katholischen Dekanats, des Evangelischen Dekanats, der Israelitischen Kultusgemeinde und der Muslimischen Gemeinde aus Bamberg.
Mit diesem GottesGarten möchten sich die unterschiedlichen Religionen auf der Gartenschau präsentieren und auch viele Gottesdienste, Andachten und Veranstaltungen anbieten.

Zwischen Fischpass und Pyramidenwiese gelegen, bietet dieser Beitrag den Besuchern auch die Möglichkeit, während des Gartenschaubesuches ein wenig Ruhe zu finden. Bereits im April 2008 trafen sich Verantwortliche aus den katholischen und evangelischen Gemeinden in Bamberg, um gemeinsam ein kirchliches Projekt für die Landesgartenschau 2012 in Bamberg in Angriff zu nehmen, das bereits durch eine Initiative der beiden Gaustädter Pfarrer Matthias Wünsche und Wilfried Geyer ins Rollen gekommen war. Beim Thema Paradiesgarten zeigten sich sehr bald Berührungspunkte zum Glaubensgut der Juden und der Muslime.

Deshalb fassten die Vertreter der beiden Kirchen den Beschluss, der Jüdischen Kultusgemeinde und den muslimischen Gemeinden in Bamberg eine Mitarbeit am Projekt "Paradiesgarten" anzubieten. Interessenten aus dem Umfeld der drei Religionen schlossen sich dem Projekt an. Von Anfang an geschah die Planung des "Gottesgartens der Religionen" in beständigem Austausch mit Vertretern der Landesgartenschau. Am inhaltlichen Programm werden /können sich Gruppen aus Pfarreien und Verbänden, aber auch Schulklassen bzw. Religionsklassen, mit eigenen Veranstaltungen beteiligen.

Auch sonst werden noch freiwillige Helfer gesucht: Wer Interesse hat und im Jahr 2012 ein paar Stunden erübrigen möchte, kann durch den Präsenzdienst mitwirken. www.gottesgarten-bamberg.de

13. September 2011